2003 

Die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
Mord, Sport und Krieg

1. bis 5. Dezember 2003, Leokino, Innsbruck

Politik beschränken sich nicht nur auf Parteiorganisationen, Wahlkämpfe, TV-Duelle, Parlamentsdebatten, Abstimmungen, Demonstrationen oder Verhandlungen. Es gibt auch ganz andere, lebensgefährliche und gewalttätige Mittel, um politische Ziele zu erreichen oder politische Inhalte an den Mann oder die Frau zu bringen. Der preussische General Clausewitz definierte 1832 in seinem Buch "Vom Kriege" den Krieg als die "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln."

Doch werden zur Erreichung politischer Ziele nicht nur Kriege geführt. Politische Morde, Attentate oder Terroranschläge sind oft auch nur Mittel zum Ausdruck von politischen Feindschaften, politischen Problemen oder soziale Ungerechtigkeiten. Genau so wie Sport und sportliche Großereignisse dazu missbraucht werden, um politische Ideen, Systeme und Machtverhältnisse darzustellen. Das Polit-Film-Festival 3 beschäftigt sich mit der "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln". Im Kinosaal dreht sich alles um Mord, Sport und Krieg.

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The war photographer

Docu über den Fotografen James Nachtwey, gilt als der Kriegsfotograf schlechthin.

Impulsstatement und Diskussion: Wolfgang Böhmer, Reporter in Krisengebieten

Christian Frei: The war photographer, Schweiz 2001



Ein Tag im September

Oscar prämierte Dokumentation über die dramatischen Ereignisse, die die Olympischen Spiele 1972 in München überschatteten und die ganze Welt schockierten:

Die Geiselnahme und das Massaker von 11 israelischen Sportlern durch palästinensische Terroristen.

Original-Filmmaterial sowie Interviews mit Angehörigen der Opfer, den politisch Verantwortlichen und dem einzigen noch lebenden Terroristen machen diesen Film zu einem erschütternden Zeitdokument.

Impulsstatement und Diskussion: Anton Pelinka, Politologe
Moderation: Peter Nindler, Journalist

Kevin Macdonald: Ein Tag im September, USA 1999



Olympia

Lena Riefenstahls Olympia '36-Dokumentation und Huldigung an das Nazi-Reich. Geschickt werden Parallelen zur klassischen griechischen Olympiade aufgebaut, wobei die sportlichen Ereignisse der Stimmung gemäß musikalischen Themen zugeordnet werden.

Impulsreferat: Manfred Gabrielli, Journalist

Leni Riefenstahl, Olympia, Deutschland 1938



When we were kings

Es ist schon Jahrzehnte her, dass der Dokumentarfilmer Leon Gast versuchte, einen Film über den sagenumwobenen "Rumble In The Jungle"-Boxkampf im Jahre 1974 zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Kinshasa, Zaire (der heutigen Demokratischen Republik Kongo) fertigzustellen.

Doch die verschiedensten Probleme verschoben dieses Projekt immer und immer wieder, bis der fertige Film 1996 doch noch in die Kinos kam. Das Ergebnis ist faszinierend, denn Gast hat nicht nur einen Film über einen Boxkampf zusammengeschnitten. Es ist vielmehr ein Film, der sich dem kulturellen Selbstverständnis der farbigen Amerikaner und ihren Wurzeln widmet.

Eröffnung: Thaddäus Podgorski, Schauspieler und Künstler

Leon Gast: When we were kings, USA 1996



Mein Terrorist

Yulie Gerstel wurde 1978 selbst Opfer eines terroristischen Anschlags. 22 Jahre später nahm sie Kontakt auf zu dem Mann, der sie fast ermordet hätte. Mit ihrem Dokumentarfilm ruft die Filmemacherin zur Versöhnung und zum Verzicht auf Rache auf.

Impulsreferat: Adel el Sayed, Politologe

Yulie Gerstel: Mein Terrorist, Israel 2002