2006 

Pop, Stars and Big Business

27. November bis 1. Dezember 2006, Leokino, Innsbruck

Pop, Stars und das große Geschäft Politik unterliegt wie Film einem strengen Starsystem. Beide brauchen leicht verdauliche Ikonen, bei beiden geht es um das große Geschäfte und um viel, viel Geld. Das Polit-Business kämpft wie das Show-Business mit brachialer Unterhaltung um ein wenig Aufmerksamkeit. Entlang dieser Überschneidungen und über verborgene Bruchlinien befasst sich das Polit-Film-Festival 6 in einer Reihe von Filmen, Vorträgen und Diskussionen über "Pop, Stars und Big Business" in der Politik.

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The Take

Erzählt wird die packende Geschichte einer Industriearbeitergruppe im von wirtschaftlichen und politischen Krisen geschüttelten Buenos Aires, Argentinien. Von Verzweiflung und Armut zermürbt beschließen die Arbeiter eines Tages ihren in einem Vorort der Hauptstadt gelegenen ehemaligen Arbeitsplatz, die "Forja"-Fabrik für Autoteile, zu besetzen, zu übernehmen, und die Fabrik nicht mehr zu verlassen bis die Produktion wieder läuft. "Eine beachtenswerte, spannende und erstaunliche Dokumentarfilm-Geschichte über die Konsequenzen der Globalisierung.“

The Take, entstanden in Zusammenarbeit mit ihrem Mann, dem kanadischen Dokumentarfilmer Avi Lewis, ist Naomi Kleins („No Logo“) erste Kinoarbeit.

Buenos Aires: Die Arbeiter der Forja-Fabrik, einer Produktionsstätte für Autoteile, sind fassungslos. Aus heiterem Himmel wurde ihnen gekündigt, weil das Unternehmen Insolvenz anmelden musste. Seit mehreren Monaten haben die Arbeiter keinen Lohn erhalten. Freddy und die vielen anderen Beschäftigten beschließen kurzerhand, die Fabrik zu übernehmen, so wie es schon viele andere Arbeiter in Argentinien vorgemacht haben. Die Fließbänder der Forja-Fabrik sollen wieder laufen, um den Unterhalt von Freddy und seinen Arbeitskollegen zu sichern.

Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer, Wegfall von Arbeitsplätzen, hohe Arbeitslosigkeit, Kürzung von Sozialleistungen – das sind nur einige der gesamtgesellschaftlichen Folgen der momentan rasant voranschreitenden Globalisierung. Zu deren Gewinnern zählen oft nur die Global-Player, die weltweit agierenden Konzerne. Selbst in China, das eindeutig von der Globalisierung profitiert, sahnen nur die ohnehin schon Reichen und Mächtigen ab. Die einfachen Arbeiter bleiben trotz 10-Stunden-Tag arm. Kann man diesen Angst einflössenden Trends nicht irgendwie entgegentreten?

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich gerade die beiden Kanadier Naomi Klein und ihr Ehemann Avi Lewis dieses wichtigen Themas angenommen haben. Klein hat bereits mit ihrem Buch „No Logo”, einem bedeutenden Schriftstück der Anti-Globalisierungsbewegung, gezeigt, wer Schuld an der Entgrenzung der Markträume hat und wie jeder Einzelne handeln kann. Lewis, ein populärer Journalist, moderierte über Jahre eine der führenden politischen Debatiersendungen Kanadas. So wird in THE TAKE auch gleich zu Beginn deutlich, mit welcher Seite das Filmemacherehepaar sympathisiert: mit denen, die sonst keine Macht haben natürlich, mit den Arbeitern. THE TAKE wird so zu einer lautstarken Polemik, die den Verlierern der weltweiten Kapitalströme eine Stimme gibt. Gerade die abwechslungsreichen Bilder – bestehend unter anderem aus Interviewszenen, turbulenten Auseinandersetzungen mit der Polizei und den basisdemokratischen Abläufe in der Fabrik – sowie die Musik des Gotan Projects machen den Film zu einer ernstzunehmenden Stimme im Kampf gegen die Schattenseiten der Globalisierung.

Kanada 2004; Regie: Avi Lewis; Buch: Naomi Klein; Kamera: Mark Ellam; Schnitt: Ricardo Acosta; Musik: Gotan Project, Lhasa; Ton: Jason Milligan; (35mm; 1:1,85; Farbe; 87min; englisch-spanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

 

Avi Lewis: The Take, Kanada 2004.

Il Caimano

Nanni Morettis Anti-Berlusconi-Film "Der Kaiman" sorgte für enormen Zündstoff im heurigen Italienischen Wahlkampf. In seinem eindrucksvollen Film begnügt sich Nanni Moretti keineswegs damit, den Aufstieg Berlusconis vom Baulöwen zum Premier zu schildern. Vielmehr wartet er mit einem komplexen Werk auf, in dem sich Fiktion und Realität auf mehreren Ebenen in ununterbrochenem Wechselspiel ablösen.

„Die Linke hat Berlusconi unterschätzt“, sagt Nanni Moretti. „Sie hat seine folkloristische Seite gesehen und jede Menge Witze über ihn gemacht. Doch sie war sich der Gefahr, die von ihm ausging, nicht bewusst.“ Der italienische Regisseur greift in seiner Abrechnung mit Berlusconi zum erzählerischen Kunstgriff des Film-im-Film, der sich bei einem Medienmanipulator wie Italiens Ex-Ministerpräsidenten geradezu aufdrängt.

Morettis Mischung aus Politsatire und Familiendrama ist eine tragikomische Groteske, auch Spielerei, für die Moretti eine aufregende Form gefunden hat – und die letzten 20 Minuten des Films heben schließlich an zu einer wütenden Anklage gegen Berlusconis Demontage der italienischen Demokratie und ihrer Verfassung. Und so wird Nanni Morettis Film über den Kaiman, Synonym für Berlusconi, zu einer polemisierenden Abrechnung mit dem Ex-Ministerpräsidenten.

Viele Berlusconi-Gegner, hört man, seien von Morettis Film, der kurz vor den Wahlen in den italienischen Kinos anlief, enttäuscht gewesen. Moretti habe nicht engagiert genug gegen den Kaiman Stellung bezogen, hieß es. Doch die wütende Abrechnung am Schluss beweist das Gegenteil – hätte Moretti den ganzen Film als politische Agitation inszeniert, wäre die Rezeption ausschließlich entlang der verfeindeten politischen Lager verlaufen. Nicht in diese Falle getappt zu sein und dabei auch noch einen höchst unterhaltsamen und intelligenten Film geschaffen zu haben, ist Morettis bleibendes Verdienst sowohl als Regisseur als auch als Kämpfer für die Rettung der italienischen Demokratie. (nach: arte-tv.com, www.taz.de, www.zeit.de)

Referent: Günter Pallaver, Politologe.

Italien 2006; Buch und Regie: Nanni Moretti; Kamera: Arnaldo Catinari; Schnitt: Esmaralda Calabria; DarstellerInnen: Silvio Orlando (Bruno Bonomo), Margherita Buy (Paola Bonomo/Aidra), Jasmine Trinca (Teresa), Michele Placido (Marco Pulici/Silvio Berlusconi), Giuliano Montaldo (Franco Caspio) u.a.; (35mm; 1:1,85; Farbe; Dolby SRD; 112min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).



Nani Moretti, Il Caimano Italien 2006.

Der Kommunist

Fürchtet euch nicht! Mit diesen biblischen Worten gewann der Bürgerschreck Kaltenegger das Vertrauen der Steirer. Ein Dokumentarfilm über das soziokulturelle Phänomen Ernest Kaltenegger. Von den österreichischen Medien ausgeblendet, zeigt dieser Film die wahre Geschichte im Kino.

Österreich: In der Steiermark regiert seit sechzig Jahren die konservative Volkspartei – doch jetzt wird ihre Position ausgerechnet durch den kommunistischen Stadtrat Ernest Kaltenegger gefährdet. Der verschenkt sechzig Prozent seines Gehaltes an Bedürftige, in seinem Büro hängen Lenin-Bilder und Cuba-Flaggen und man spricht einander mit „Genossin” oder „Genosse“ an. Obwohl das etwas anachronistisch erscheinen mag, hat seine KPÖ mit dieser Politik bei den Gemeinderatswahlen schon einmal 21 Prozent gewonnen und selbst konservative Wähler stecken ihm heimlich Geld zu. Bei der Landtagswahl 2005 wollen sie nun versuchen, ihr Erfolgsmodell auf die Landesebene zu übertragen.

Der Film begleitet die steirische KPÖ bei ihrem Wahlkampf der besonderen Art und lässt auch ihre Gegner zu Wort kommen. Er betrachtet das „Phänomen Kaltenegger“ von verschiedenen Seiten und durchaus mit einer Portion Ironie: Muss die Steiermark sich tatsächlich vor der „roten Gefahr“ fürchten?

Referenten: Kurt Palm, Filmemacher; Andreas Wabl, Grünes Politurgestein, Börres Weiffenbach, Kameramann

Österreich/Deutschland 2006; Regie und Buch: Marc Bauder; Kamera: Börres Weiffenbach; Schnitt: Rune Schweitzer; Ton: Johannes Schmelzer-Zieringer; Mitwirkende: Ernest Kaltenegger u.a.; (Beta SP; Farbe; 60min).



Marc Bauder, Der Kommunist. Österreich/Deutschland 2006 60 Min.

How Arnold won the West

Der Dokumentarfilm folgt einerseits Arnold Schwarzenegger auf seiner Wahlkampftour quer durch den Bundesstaat Kalifornien und zeigt andererseits viele der 135 weiteren Kanditaten. Während Schwarzenegger konsequent unangenehmen Journalistenfragen und Debatten ausweicht und statt dessen eine riesige Wahlkampf Show abzieht, werden andere Kandidaten in einer TV Game-Show zur Gouverneurswahl vorgeführt. Die Wahl gerät zum Zirkusakt.

Im Sommer 2003 – drei Monate nach der Bestätigung des Demokraten Gray Davis als Gouverneur von Kalifornien – machen die Republikaner ein uraltes, bisher nie zur Anwendung gelangtes Gesetz geltend, das neue Wahlen fordert, die allen offen stehen. In der Rolle des vielversprechendsten Anwärters – und als offizieller Kandidat der Republikaner – tritt der ehemalige Mister Universe und Schauspieler mit österreichischen Wurzeln auf: Arnold Schwarzenegger. In dessen Kielwasser dümpeln 135 weitere Kandidaten – einer abstruser als der andere –, die diese Gelegenheit für ein wenig private Publicity nutzen. Zwei Anwärter – Bierfabrikanten – bringen die Absurdität der Situation auf den Punkt: „Diese Wahlen sind eine Farce, nutzen wir sie wenigstens als Werbefläche.“

HOW ARNOLD WON THE WEST erzählt also eine Geschichte von der Umwandlung von Politik in Entertainment, von der Überführung eines demokratischen Selbstverständnisses in eine Art von Konsumverhalten. Einige der eindringlichsten Sequenzen ihres Films führen etwa vor, wie der an Hollywood-PR geschulte Filmstar und seine Spin-Doktoren den Tross der Berichterstatter dirigieren und instrumentalisieren und dabei hartnäckig die Forderung nach inhaltlichen Interviews mit dem Kandidaten abblocken. „Schwarzenegger ist so geübt in Sachen Press-Junkets, dass er genau weiß, wie er eine solche Situation kontrollieren kann. Wenn man sich etwa ansieht, wem er während des Wahlkampfs tatsächlich Interviews gegeben hat: Das waren Oprah Winfrey, Larry King und eine rechte Talk-Radio-Station – alle anderen wurden fern gehalten“, so die Regisseurin Alex Cooke.

Referenten: Peter Filzmair, Politologe

GB 2004; Regie, Buch, Kamera: Alex Cooke; Schnitt: Pierre Haberer, James Marshall; Mitwirkende: Arnold Schwarzenegger, George Bush, Mary Carey, Bill Clinton, Grey Davis u.a.; (35mm – von Video übertragen; 1:1,85; Farbe; Dolby SR; 80min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

  

Alex Cooke, How Arnold won the West Frankreich/United Kingdom 2004.

The Filth and the Fury

Die in THE FILTH AND THE FURY geschilderten Ereignisse um die Sex Pistols und die Punkszene im London der späten 70er gehören mittlerweile zu den Standards der Popgeschichte. Regisseur und Band entmystifizieren in einem der spannendsten Dokumentarfilme der letzten Jahre nicht nur die gängigen Punk-Legenden, sondern veranschaulichen auch durch Nachrichtenausschnitte, Werbespots und TV-Kommentare die gesellschaftlichen Hintergründe der damaligen Zeit.

Zwanzig Jahre nach THE GREAT ROCK´N´ROLL SWINDLE erzählt Julien Temple die Geschichte der Sex Pistols noch einmal – oder vielmehr: Er lässt sie erzählen, und diesmal nicht von ihrem Manager Malcolm McLaren, sondern von den Bandmitgliedern selbst.

Kompiliert aus Dokumentaraufnahmen aus den 70er Jahren, die zum großen Teil bislang unveröffentlicht waren, sowie aktuellen Interviews und einem längeren Gepräch, das Julien Temple 1978 mit dem Bassisten Sid Vicious wenige Monate vor dessen Tod im Londoner Hyde Park geführt hat, zeichnet der Film das nunmehr autorisierte Porträt einer der einflussreichsten Bands der Rock-Geschichte. Obwohl sie nur wenig mehr als zwei Jahre lang – von November 1975 bis Anfang 1978 existierten, haben die Sex Pistols, indem sie den Punk zwar nicht erfanden, aber weltweit bekanntmachten, mit nur einer einzigen Platte die Pop-Musik revolutioniert. „Never Mind the Bollocks“ war das Fanal für eine ganze Generation. Drei Akkorde genügten, um in drei Minuten alles zu sagen, was gesagt werden musste.

„Fuck“ – die Sex Pistols gehörten zu den ersten, die das Wort im britischen Fernsehen in den Mund nahmen. Es war ihr zorniger Kommentar zu den sozialen Verhältnissen in Großbritannien, eine Absage an alle falschen Versprechungen einer korrupten Regierung. John Lydons Resümee, 1999: „Wir waren keine Verschwörung nach Art der Mittelschicht. Alles was wir taten, war instinktiv bestimmt von unserer Herkunft aus der Arbeiterklasse. Das war damals keine intellektuelle Bewegung, zu der Malcolm McLaren die Töne lieferte. Es ist auch nicht wahr, dass wir bewusst eine soziale Revolution lostreten wollten. Wenn wir überhaupt ein Ziel hatten, dann bestand es darin, unsere eigenen Arbeiterklassenansichten, die damals in der Popmusik überhaupt keine Rolle spielten, in den Mainstream einzubringen.“

Referenten: Rudi Dolezal, österreichische Filmemacher; Peter Plaikner, Journalist und Medienberater

UK/USA 2000; Regie: Julien Temple; Kamera: Geordie Devas; Musik: Sex Pistols, Roxy Music, Sailor, Alice Cooper, The Who; Mitwirkende: Johnny Rotten, Sid Vicious, Paul Cook, Stewart Copeland, Stephen Fisher, Bill Grundy, Billy Idol, Steve Jones, John Lydon, Shane MacGowan u.a.; (35mm; Farbe; 108min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).



Julien Temple, The Filth and the Fury UK/USA 2000



 2006 KLAGENFURT 

"Politik und Sport"

10. Mai bis 18. Mai 2006, ORF Theater, Klagenfurt

Sportliche Ereignisse sind Massenphänomene, die die Menschen bewegen. Gleichzeitig und gerade deswegen nutzen Politiker sportliche Anlässe für mediengerechte Auftritte ebenso wie dafür, "Politik zu machen". Die dabei verfolgten Ziele reichen von Friede und Völkerverständigung durch die olympische Bewegung bis zum Krieg, der nach einem Fußballspiel begann.

Die Symbolkraft sportlicher Wettkämpfe ist groß, denkt man etwa nur an die Konfrontationen zwischen den USA und der UdSSR am Spielfeld in Zeiten des Kalten Krieges. Beispiele gibt es auch für Österreich: Als der Schifahrer Karl Schranz von den Olympischen Spielen in Sapporo ausgeschlossen wurde zeigte sich eine ganze Nation inklusive ihrer Politiker empört. Auf der anderen Seite wird der Sieg Österreichs über Deutschland in Cordoba noch heute bei zahllosen Vergleichen mit dem großen Nachbarn bemüht, wenn auch mit zunehmendem Augenzwinkern.

Nicht zuletzt pflegen Politiker oft selbst ein eigenes Image als Sportler (etwa als Marathonläufer), und wagen Spitzensportler auf der anderen Seite einen Quereinstieg in die Politik. Die Berührungspunkte zwischen Sport und Politik sind vielfältig.

Ort: ORF-Theater, Sponheimer Straße 13, 9020 Klagenfurt

Eintritt frei!

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"Frauen und Sport" Girlfight

Diana lebt mit ihrem Vater und ihrem jüngeren Bruder in Brooklyn. In der Schule eine Außenseiterin und immer wieder in gewalttätige Auseinandersetzungen verstrickt landet sie durch Zufall in einem Boxclub. Sie beschließt selbst in den Ring zu steigen, und gewinnt trotz Vorurteilen und anfänglicher Ablehnung den ehemaligen Boxer Hector als Trainer und Unterstützer. Mit seiner Hilfe entwickelt sie sich zu einer schlagkräftigen Kämpferin.

Gäste: Gunnar Prokop (Clubmanager des Frauen-Handball-Teams Hypo Niederösterreich), Gaby Schaunig (Landeshauptmann-Stellvertreterin Kärnten)

Karyn Kusama: Girlfight, USA 2000



Das Wunder von Bern

1954 schlug die deutsche Nationalmannschaft Ungarn im Finale der Fussball-Weltmeisterschaft mit 3:2, das Wunder von Bern war perfekt. Für das Nachkriegsdeutschland war dies ein Symbol, das der Kapitän der Mannschaft Fritz Walter so auf den Punkt brachte: "Jetzt sind wir wieder wer".

Gäste: Egyd Gstättner (Autor), Peter Westenthaler (Ex-Politiker und ehem. Vorstand der Fußball-Bundesliga)

Sönke Wortmann: Das Wunder von Bern, Deutschland 2003



Miracle - Das Wunder von Lake Placid

Was Deutschland sein "Wunder von Bern", das ist den USA das "Miracle on Ice".

1980 traten die Vereinigten Staaten mit einem jungen Eishockey-Team an, um bei den Olympischen Spielen in Lake Placid völlig unerwartet bis ins Finale vorzustoßen. Dort besiegten sie die unbezwingbar erscheinende Mannschaft der Sowjetunion und gewannen damit die Goldmedaille. Damit war nicht nur wegen dem Hintergrund des Kalten Krieges ein sportlicher Mythos geschaffen.

Gäste: Teddy Podgorski (ab 1972 Sportchef und ab 1986 Generalintendant des ORF), Herbert Pöck (2002-2005 Trainer der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft)

Gavin O'Connor: Miracle - Das Wunder von Lake Placid, USA 2004



Ein Tag im September

Die oscargekrönte Dokumentation widmet sich jenen dramatischen Ereignissen, die die Olympischen Spiele 1972 in München überschatteten und die ganze Welt schockierten: Die Geiselnahme und das Massaker von 11 israelischen Sportlern durch palästinensische Terroristen.

Original-Filmmaterial sowie Interviews mit Angehörigen der Opfer, den politisch Verantwortlichen und dem einzigen noch lebenden Terroristen machen diesen Film zu einem erschütternden Zeitdokument.

Gast: Thomas Albrich (Historiker und als Nachwuchssportler selbst 1972 in München)

Kevin Macdonald: Ein Tag im September, USA 1999



Olympia

Lena Riefenstahls Olympia '36-Dokumentation und Huldigung an das Nazi-Reich. Geschickt werden Parallelen zur klassischen griechischen Olympiade aufgebaut, wobei die sportlichen Ereignisse der Stimmung gemäß musikalischen Themen zugeordnet werden.

Gast: Herbert Lackner (Chefredakteur Profil)

Leni Riefenstahl, Olympia, Deutschland 1938