2007 

Macht und Ohnmacht
Politik am Abgrund

3. bis 7. Dezember 2007, Leokino, Innsbruck

Die Politik wandelt ständig am Abgrund zwischen Macht und Ohnmacht. Einem umfassenden Machtanspruch und einer hohen Machterwartung stehen oft die subjektive Macht- und Hilflosigkeit von Politikern und politischer Strukturen gegenüber. Entlang der Grenze zwischen der Macht und Ohnmacht der Politik befasst sich das Polit-Film-Festival 7 in einer Reihe von Filmen, Vorträgen und Diskussionen mit aktuellen Themen wie Integration, Vergangenheitsbewältigung, Verfolgung von Kriegsverbrechern oder der Bekämpfung des Terrors.

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Keine Insel. Die Palmersentführung 1977

Am Abend des 9. November 1977 wird der Industrielle Walter Michael Palmers vor seinem Haus in Wien Währing entführt. Nach der Zahlung von 31 Millionen Schilling kann der Entführte unverletzt zu seiner Familie zurückkehren. Mit dem Ergebnis dieser größten Geldbeschaffungsaktion der militanten Linken in Europa wurden die Aktionen der RAF bis zu deren Selbstauflösung finanziert.

Nach 30 Jahren sind Gratt, Keplinger, Pitsch und Rollnik erstmals bereit, umfassend über die Aktion, die Motive, Umstände, Überlegungen und Konsequenzen zu sprechen.

Österreich 2006; Regie: Alexander Binder, Michael Gartner, Gabriele Rollnik; Darsteller: Thomas Gratt, Othmar Keplinger, Reinhard Pitsch; (Farbe; 90min; ).

 

Alexander Binder, Keine Insel. Die Palmersentführung 1977, Österreich 2006

Enron. The smartest boys in the room.

Ein Dokumentarfilm über die größte Firmenpleite in Amerika. Innenansichten eines Großkonzerns: ENRON steht für den größten Finanzskandal der US-Wirtschaftsgeschichte. Der Energie-Konzern, bei dessen Insolvenz 20.000 Menschen ihren Job verloren, gründete sein Geschäft auf konsequentes Bilanzfälschen. Schamlos hatten die verantwortlichen Manager sich persönlich bereichert und dabei zwei Milliarden Dollar an Pensionsfonds ihrer Mitarbeiter vernichtet. Der Dokumentarfilm rekonstruiert die Details dieses Börsenkrimis.

USA 2005; Regie: Alex Gibney; Buch: Bethany McLean und Peter Elkind; Musik: Steven DePalo, Matthew Hauser, Chris Jordao, Marilyn Manson, Tom Waits (songs); Bearbeitung: Alison Ellwood; (??mm; ??; Farbe??; ??min; englisch?? ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


Osdorf

Eine Beobachtung über Alltag und Ansichten Jugendlicher aus der gleichnamigen Hochhaussiedlung im Hamburger Westen.

Die Hochhaussiedlung Osdorfer Born im Westen Hamburgs gilt als sozialer Brennpunkt mit großer Arbeitslosigkeit, hoher Kriminalitätsrate, hohem Ausländeranteil. Wer hier wohnt, dem bleibt oft kaum mehr als der Stolz auf die Ghetto-Identität, die ein Großteil der Jugendlichen verbindet. Spezifisch für das Leben der Jungs im Ghetto einer deutschen Großstadt ist das Gefühl, gesellschaftlich ausgegrenzt zu sein und kaum Chancen zu haben. Dieses Gefühl kompensieren sie mit Lokalpatriotismus, Machogehabe und Kriminalität. OSDORF ist ein dokumentarisches Porträt jugendlicher Migranten eines deutschen Großstadtghettos.

Maja Classen: „Der Einfluss der Medien auf die Identitätsbildung der Jugendlichen ist allgegenwärtig. Die Jungs reproduzieren US-Rap, imitieren Styles, Posen, sexistische und gewaltverherrlichende Inhalte. Sie sammeln stolz ihre Fotos, Handyfilme und Zeitungsausschnitte als Trophäen ihrer Ghettogangster-Identität. Dennoch ist es uns gelungen, die Hürde zwischen Team und Protagonisten aufzubrechen und Vertrauen herzustellen.

Es bleibt nicht bei dem Angebergehabe. Als die Jungs merken, dass wir uns wirklich für sie interessieren, gibt es Momente, in denen sie Schwäche zeigen, weich werden, zweifeln. Sie gestehen, dass sie eigentlich von einem anderen Leben träumen. Alican sagt es so: ,Ich habe früher Scheiße gebaut, um meinen Namen hoch zu machen. So was wollte ich hinkriegen und so was in der Art habe ich auch hingekriegt. Viele Leute haben sehr viel Respekt vor mir.‘

Deutschland 2007 ; Regie: Maja Classen; Kamera: Christoph Lemmen, Johannes Neumann; Buch: Maja Classen; Kammeraassistenz, Ton: Jonny Müller- Goldenstedt, Jonas Halfmeyer, Dominic Julius; Schnitt: Thomas Krause; Mischung: Daniel Griese; Herstellungsltg.: Holger Lochau; Producer: Max Springer; Produktion: Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“; (Digi Beta, 1:1,85; Farbe; 80min; ??).

  

Maja Classen: Osdorf Dokumentation, Deutschland 2007



Ganz unten

Wallraff beschreibt seine niederschmetternden Erfahrungen als vermeintlich türkischer Arbeiter in den Thyssen-Stahlwerken.

Im Jahr 1985 landete Günther Wallraff mit dem Reportage-Buch "Ganz Unten" einen Aufsehen erregenden Bestseller. Wallraff beschreibt darin seine niederschmetternden Erfahrungen als vermeintlich türkischer Arbeiter in den Thyssen-Stahlwerken.

Die gleichnamige Dokumentation entstand aus Aufnahmen, die Wallraff während seiner Arbeitszeit mit versteckter Kamera machte. Ergänzt werden sie durch nachträglich geführte Interviews mit Leiharbeitern sowie enthüllenden Recherchen über einen unseriösen Vermittler von türkischen Leiharbeitern.

BR Deutschland 1985/1986; Regie: Jörg Gförer, Drehbuch: Jörg Gförer, Günter Wallraff; Kamera: Dieter Oeckl; Standfotos: Jochen Schemm, Günter Zint; Kamera (Sonstiges) : Wolfgang Stöver (Bildtechnik), Heinrich Schulze (Videotechnik); Schnitt: Peter Kleinert, Tom Meffert, Eberhard Kolakowski (MAZ-Schnitt); Ton: Jochen Schemm, Sigrit Sünkel; Mischung: Elmar Schmidt; Musik: Heinrich Huber; Musik-Ausführung: Mehmet Ipek (Flöte); Mitwirkung: Günter Wallraff ; Sprecher: Jörg Gförer; (Video, überspielt auf 35 mm + 16 mm - Blow-Up 35 mm, 1:1,37; Farbe??; 106 min).

  

Jörg Gförer, Günter Wallraff: Ganz unten BRD 1986.

Carlas Liste

Im Auftrag des Internationalen Strafgerichtshofs kämpft UN-Chefanklägerin Carla del Ponte seit 1995 für die Verhaftung der immer noch flüchtigen mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ratko Mladic, Radovan Karadzic und Ante Gotovina. Mit Diplomatie und politischem Druck versucht die Juristin, Regierungen, Militär, Geheimdienste und Polizei zur Zusammenarbeit zu bewegen. Ein spannender Film über Macht und Ohnmacht - und das faszinierende Porträt einer Überzeugungstäterin in Sachen Gerechtigkeit.

Schweiz 2006; Originaltitel: La liste de Carla; Buch und Regie: Marcel Schüpbach; DarstellerInnen: Carla del Ponte, u.a.; (??mm; 1:1,85??; Farbe??; 101min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN??).